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Doppelsicherung

DOPPELSICHERUNG EINES HUNDES AUS DEM TIERSCHUTZ


Bitte schütze mich und bedenke, dass ich immer beides brauche:
HALSBAND UND SICHERHEITSGESCHIRR!
Ich kenne deine Welt hier gar nicht. Ich verstehe nicht, dass ab jetzt mein neues Leben
beginnt. Alles ist fremd hier und macht mir Angst. Jedes Geräusch ist neu für mich und kann
mich furchtbar erschrecken.
Das kann das Klicken des Verschlusses einer Tupperdose sein, der Anblick eines Mannes,
der Klang seiner tiefen Stimme, der Besen in seiner Hand. Spielende und lachende Kinder,
vor denen ich mich verstecken möchte und deren Anblick mir signalisiert, dass ich jetzt um
mein Leben rennen muss; oder einfach das Klingeln an der Tür, deine Sprache, der Klang
deiner Stimme, sämtliche Gerüche, die auf mich einströmen... Ich brauche viel Zeit, dies
alles zu verarbeiten und mich mit allen neuen Eindrücken vertraut zu machen.

Du musst mein Vertrauen langsam gewinnen und Stück für Stück aufbauen.
Bis wir einander wirklich gut kennen und vertrauen, musst du dafür Sorge tragen, dass ich
nicht aus Panik weglaufen kann, denn dies ist mein Instinkt, das tue ich, wenn ich mich
erschrecke.

Das hat mein Überleben bis heute gesichert, denn sonst hätte ich in der Welt,
aus der ich komme, nicht überlebt. Beim Entlaufen entwickle ich Riesenkräfte, bin schnell
wie der Blitz und kann ein wahrer Entfesselungskünstler sein. Ein einfaches Geschirr oder
Halsband hält mich da nicht auf und reicht als Sicherung für mich nicht aus.


Es gibt spezielle Geschirre (Sicherheitsgeschirre), aus denen ich nicht entwischen
kann, und sogenannte Zugstopp-Halsbänder, die sich, wenn ich herumzappele, so
zusammenziehen, dass ich zwar nicht gewürgt werde, aber mich eben auch nicht
rauswinden kann. Ich muss immer beides zusammen tragen, sowohl das
ausbruchsichere Geschirr als auch das Zugstopp-Halsband. Leinen werden dann an
beidem festgemacht; so ist es mir nicht möglich, aus Panik wegzulaufen.
Es gibt Hunde aus dem Tierschutz, die auch noch nach Jahren in einer ihnen unbekannten
und bedrohlichen Situation vor Schreck entlaufen, und daher sollte die oben beschriebene
Doppelsicherung zur Routine im Umgang mit dem Tierschutzhund werden – und zwar von
der ersten Sekunde an! Eine Zeitangabe, wie lange die Doppelsicherung nötig ist, kann nur
im Ermessen der Adoptanten liegen, die den ihnen anvertrauten Hund in jeder Lebenslage
kennengelernt haben. Mindestens in den ersten 3 Monaten nach Ankunft des Hundes
sollte die Doppelsicherung eine Selbstverständlichkeit sein, aber sie kann manchmal auch
Jahre später noch notwendig sein. Bitte bedenke dies bei deiner Entscheidung bzgl. der
Dauer des Tragens seiner Doppelsicherung.

​

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Bitte sichere mich an deinem Körper durch Tragen eines
BAUCHGURTES!
Idealerweise befestigst du die Leine zu meinem Geschirr an deinem Körper, z.B. indem du
sie an deinem Gürtel befestigst oder an einem extra dafür gefertigten Bauchgurt (z.B.
Jogginggurt). Solltest du stürzen oder sollte dir aus einem anderen Grund die Leine

(Hauptleine / Führleine) aus der Hand rutschen, bin ich immer noch über die Sicherungs-
leine fixiert und damit gesichert.


Bitte benutze auf keinen Fall eine Flexi-Leine für mich,
denn fällt dir diese Art der Leine aus der Hand, dann ist es für mich der absolute Super-Gau.
Sowieso schon panisch, scheppert jetzt noch dieses Ding hinter mir her, treibt mich weiter
und weiter, und wenn die Leine sich dann irgendwo verfängt, bin ich gefangen und werde
jämmerlich zugrunde gehen.


Leider passiert es fast täglich, dass Tierschutzhunde bei Übergabe oder in den ersten
Tagen im neuen Zuhause entlaufen und dann orientierungslos durch die Gegend rennen.
Einfangen ist dann sehr schwierig, teuer und nervenaufreibend für alle. Und oft genug endet
so eine Suche tragisch, weil der Hund überfahren wird oder selbst Unfälle verursacht. Diese
Situation ist ein gefundenes Fressen für Gegner des Auslandstierschutzes und rückt alle
Beteiligten in ein schlechtes Licht.


Bitte nimm daher diese Verantwortung ernst!



Sind auch dein Haus und Garten sicher für mich?
Zu meiner Sicherheit gehört ebenfalls, zuhause Fenster und Türen nicht offenstehen zu
lassen. Bin ich auch gesichert, wenn du mal eben zur Mülltonne gehst und dann die Tür
offenstehen lässt? Oder im eigenen Garten: Ist dieser wirklich ausbruchsicher? Ist das
Gartentor abgeschlossen, damit es nicht der Nachbar oder der Besuch mal eben aufmacht
und ich dann verschwinden kann? Auch im Garten sollte es für mich zu Beginn NUR
gesicherten und geführten Auslauf geben.


Für einen neu ankommenden Hund – und
insbesondere einen Angsthund – ist es lebensnotwendig, ihn zu sichern. Die Verantwortung
liegt in deiner Hand.

Die Doppelsicherung: Infos
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